Der unsichtbare Feind: Inhalationsallergien

Der unsichtbare Feind: Inhalationsallergien

Lästiges Niesen, juckende Augen oder ständig verstopfte Nasen? Viele von uns kennen diese Symptome als ständige Begleiter, vor allem im Frühling und Sommer. Das alles können Anzeichen dafür sein, dass du an einer Allergie leidest, genauer gesagt, einer Inhalationsallergie. Das ist eine weit verbreitete allergische Reaktion auf verschiedene Substanzen in der Luft. Ob Pollen, Hausstaubmilben oder Tierhaare – diese Allergene können dein Wohlbefinden beeinträchtigen und den Alltag erschweren. 

Was genau ist eine Inhalationsallergie?

Der Begriff “Inhalationsallergie” ist lediglich der Fachbegriff für alle Unverträglichkeitsreaktion auf natürliche Stoffe. Gemeint sind damit Stoffe, die in der Luft vorhanden sind und bei uns Menschen die bekanntesten Allergien wie beispielsweise Pollen, Hausstaubmilben, Tiere und Schimmelpilzsporen hervorrufen.

Inhalationsallergien

Häufige Auslöser: Pollen, Hausstaubmilben, Tierhaare

Die bekanntesten Übeltäter im Bereich der Allergien sind:

  • Pollen: Vor allem zwischen Frühjahr und Herbst plagen uns die sogenannten Pflanzenpollen ganz schön. Heuschnupfen ist das Resultat, wenn Pollen von Bäumen, Gräsern und/oder Kräutern unsere Nasenschleimhäute derart reizen, dass wir gar nicht daran denken können, das Haus ohne Taschentuchpackung zu verlassen. Betroffen sind davon in Deutschland ca. 10% der Bevölkerung.
  • Hausstaub: Klingt ein bisschen eklig, aber Hausstaubmilben befinden sich überall. Aber nur manche von uns nehmen sie wirklich wahr, und zwar, wenn wir allergisch auf die kleinen Spinnentierchen reagieren. Genauer gesagt, reagieren wir nicht auf die Tierchen an sich, sondern auf deren Kot. Da dieser ganzjährig präsent ist, gibt es auch keine klassische Allergie-Periode. Es kann nur sein, dass sich bei warmer trockener Heizungsluft die eigenen Symptome verstärken, weil dadurch die Hausstaubmilben vermehrt sterben und das zu einer verstärkten Freisetzung der Allergene führt.
  • Tiere: Wichtig zu unterscheiden ist, dass man bei einer Tierallergie nicht per se nur auf die Haare der Tiere reagiert. Man reagiert auf bestimmte Stoffe der Tiere, die in Speichel, Urin, Kot, Hautschuppen, Talg usw. vorkommen. Die typischsten Tiere, die Allergien auslösen, sind Katzen, Hunde und Pferde. Man kann aber beispielsweise auch auf Vögel allergisch reagieren - verrückt oder?
  • Schimmelpilzsporen: Schimmel in der Wohnung sollte immer sofort professionell beseitigt werden, aber auch Kellerräume oder Gärten können für Menschen mit solch einer Allergie unangenehm werden. Unser Immunsystem reagiert nämlich überaus übertrieben auf die abgebrochenen Stücke des Schimmels (Sporen), die vor allem in feuchten Gebieten innerhalb oder außerhalb der eigenen vier Wände vorkommen.

Warum genau reagieren Allergiker:Innen anders?

Egal ob Hausstauballergie, Tierallergie oder Pollenallergie - Ursprung für die abnormalen Reaktionen ist das eigene Immunsystem. Wir atmen unendlich oft pro Tag Luft mit ihren vielen kleinen Bestandteilen ein. Unser Immunsystem hat dabei die Aufgabe, die kleinsten Teilchen der Luft genauer unter die Lupe zu nehmen und weiterzugeben, ob diese harmlos sind oder man eingreifen muss. Muss man eingreifen, setzt unser Körper bestimmte Abwehrreaktionen wie Husten, Niesen usw. in Bewegung. Bei Allergikern funktioniert die Unterscheidung, ob der eingeatmete Stoff gut oder böse ist, nicht mehr so richtig. Manche eigentlich ungefährlichen Stoffe werden als schädlich eingeordnet. Beim ersten Kontakt merken wir davor noch nicht viel, unser Körper bildet aber schon einmal Antikörper zum Schutz, falls wir nochmal mit diesem Stoff in Berührung kommenn sollten - er sensibilisiert uns. Setzen wir uns später nochmal diesem Stoff aus, reagiert unser Körper mit einer Abwehrreaktion. Diese Abwehrreaktion sind unsere typischen Allergiesymptome.

Wer hat ein höheres Risiko für Allergien?

Wenn die eigenen Eltern eine Allergie haben, liegt die Chance für uns, eine Allergie zu entwickeln bei 50% - Allergien sind nämlich vererbbar. Bei nur einem erkrankten Elternteil liegt die Chance bei ca. 30%.

Bauernhofkinder haben Studien zufolge ein erstaunlich niedriges Risiko Allergiker:Innen zu sein. Da ihr Immunsystem durch das Spielen im Dreck mit vielen verschiedenen Stoffen in Berührung kommt und das Immunsystem dadurch besser geschult ist, was wirklich potenziell schädlich und was harmlos für sie ist - ein großer Vorteil Stadtkindern gegenüber.

Nicht nur Rudolph hat eine rote Nase

Symptome dieser Art von Allergie können vielseitig und sehr individuell sein. Außerdem können sie sich auch saisonal verändern, je nachdem, welche Art von Allergen der Auslöser für die Beschwerden ist.

Typische Symptome, die ein Allergen je nach Organ auslösen kann, sind beispielsweise:

  • Augen: Juckreiz; geschwollene, rote und tränende Bindehaut; geschwollene Lider
  • Nase: Dauerschnupfen; Niesanfälle; Juckreiz und Schwellung der Nasenschleimhaut
  • Hals und Rachen: Juckreiz, evtl. auch Halsschmerzen
  • Haut: Juckreiz; Ekzeme; Nesselfieber
  • Ohren: Juckreiz
  • Lunge: Husten; pfeifender Atem; Atemnot

Alle Symptome würde man erstmal einer klassischen Erkältung zuordnen, außer vielleicht Niesen. Ein großer Unterschied dabei ist, dass sich Erkältungen meist ankündigen - man hat davor Kopfschmerzen oder verspürt schon ein leichtes Kratzen im Hals. Bei Allergien ist das nicht der Fall.

Achtung: Asthma!

Allergie-Symptome unterschreiten eigentlich die Grenze zu den oberen Atemwege in Richtung Lunge nicht. Wenn man also zum Husten und pfeifenden Atem auch noch Atemnot bekommt, sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden. Es könnte sich nämlich um allergisches Asthma handeln.

Wirklich krank oder doch “bloß” Allergiker:In?

Da man anhand der Symptome nie auf eine Krankheit schließen sollte, gibt es verschiedene Verfahren, wodurch man bei Beschwerden Gewissheit bekommen kann:

  • Prick-Test: Der typischste aller Tests ist der sogenannte Prick-Test. Dabei bekommt man ein Gitter auf den Unterarm gemalt, bei dem die Haut in jedem Kästchen mit einer kleinen Nadel angestochen und eine Flüssigkeit mit dem jeweiligen Allergen darauf geträufelt wird. Bilden sich nach etwa 15 Minuten rote, juckende Quaddeln, kann ein Arzt daraus das Resultat ablesen.
  • Bluttest: Ob jemand auf bestimmte potenziell allergieauslösende Stoffe reagiert, zeigt sich im Blut. Erstmals kann man untersuchen, wie hoch die Menge der Antikörper (IgE) allgemein ist. Sind diese erhöht, wird ein zweiter spezifischerer Test gemacht, um eine Allergie in Betracht ziehen zu können. Ein positiver Test muss nämlich nicht die absolute Bestätigung für eine Allergie sein, genauso wenig wie ein Negativer das Ausschlusskriterium
  • Provokationstests: Eher eine veraltete und ungenaue Methode ist der Provokationstest. Dabei versucht man, die Reaktion im Körper auf den potenziell allergieauslösenden Stoff herauszufordern, durch beispielsweise Beträufeln der Nasenschleimhaut, der Bindehaut oder der Bronchialschleimhaut.

Welche Medikamente können verschrieben werden?

Wie bei den meisten Krankheiten oder Allergien kann man in Form von Medikamenten intervenieren - die klassischen Medikamente hierfür sind:

  • Antihistaminika: Die wohl bekanntesten Allergiepräparate sind Antihistaminika. Sie gibt es in Tabletten-, Tropfen- oder Sprayform, je nach Anwendungsbereich. Eine bekannte Nebenwirkung ist jedoch Müdigkeit, weshalb diese am besten abends vor dem Schlafengehen und keinesfalls vor dem Autofahren genommen werden sollten.
  • Mastzellstabilisatoren: Diese Medikamente wirken nur mit Vorlaufzeit, bei Pollenflug beispielsweise sollten sie ca. eine Woche zuvor eingenommen werden. Allgemein bewirken sie, dass es im Körper erst gar nicht zur Abwehrreaktion kommt, weshalb sie ein bewährtes Mittel gegen Allergieanflüge darstellen.
  • Glukokortikoide (z.B. Kortison): Kortisonpräparate als Spray, Salbe oder Inhalationslösung, sind Hormonpräparate und wirken entzündungshemmend und antiallergisch. Obwohl sie teilweise frei in der Apotheke verkäuflich sind, sollten sie aber ohne Rücksprache mit einem Arzt nicht über einen längeren Zeitraum verwendet werden, da sie zu Hautschädigungen führen können.
  • Beta-2-Sympathomimetika: Diese Stoffe sind in Inhalationssprays vorhanden und werden vor allem zur Dauerbehandlung bei Personen mit Asthma eingesetzt.
  • Leukotrienantagonisten: Bei Asthmatiker:Innen können diese Präparate als Ersatz für das Inhalationsspray verschrieben werden. Sie können aber zu Nebenwirkungen wie Durchfall, Erbrechen, Übelkeit, Hautausschlag, Infektionen oder Fieber führen. Bei “normalen” Allergiker:Innen werden diese Medikamente aber nicht verschrieben.

Für immer symptomfrei?

Man muss die Axt an die Wurzel legen - das ist der Leitspruch für eine Hyposensibilisierung. Bei einer Hyposensibilisierung wird der Körper nämlich nach und nach durch kleine Dosen Allergen an diese gewöhnt, bis er keine Überreaktion mehr zeigt. Die Therapiemethode kann in Form von Tabletten, Tropfen oder einer Spritze durchgeführt werden. Je früher desto besser, denn die Therapie dauert im Schnitt etwa drei Jahre. Bei einer Tierallergie hilft diese Art der Therapie aber leid nicht.

Alternative Ansätze: Akupunktur - bringt das was?

Naturheilkundliche Therapiemethoden wie Akupunktur werden als Allseitsheilmittel bei Allergien angeboten. Ein großer Pluspunkt für alle allergiegeplagten Menschen ist, dass es dabei keine Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Erbrechen usw. gibt. Wissenschaftlich ist die Wirkung aber leider nicht belegt.

Was kann ich selbst tun?

Je nachdem welche Art von Allergie vorliegt, kann man neben einer medizinischen Behandlung selbst verschiedene Vorkehrungen treffen:

  • Pollenallergie: Tagsüber am besten die Fenster geschlossen halten, lange Spaziergänge und Aktivitäten im Freien sollten vermieden werden. Hilfreich kann auch ein Pollenfilter in der Lüftungsanlage sein.
  • Tierallergie: Da man hier auch nicht hyposensibilisieren kann, muss auf die allergieauslösenden Tiere leider verzichtet werden. Es gibt aber speziell gezüchtete Rassen, die trotz Allergie keine Symptome auslösen.
  • Hausstaubmilbenallergie: Auf Teppichböden und Polstermöbel sollte weitestgehend verzichtet werden. Wäsche sollte auch am besten bei 60 Grad gewaschen werden, da bei dieser Temperatur die Milben absterben. Bettwäsche und Kleidung sollten auch regelmäßig gewechselt werden, außerdem gibt es spezielle milbendichte Bettwäsche - perfekt für Allergiker:Innen und alle Leute, die sich jetzt ekeln!
  • Schimmelpilzsporen-Allergie: Waschräume und Räume mit allgemein hoher Luftfeuchtigkeit sollten regelmäßig gelüftet werden, sodass gar kein Schimmel entstehen kann.

Fazit

Inhalationsallergien können das Leben vieler Menschen beeinträchtigen und den Alltag zur Herausforderung machen. Doch es gibt Hoffnung und Möglichkeiten, mit dieser allergischen Reaktion umzugehen und die Lebensqualität zu verbessern. Eine frühzeitige Diagnose und eine individuell abgestimmte Behandlung sind entscheidend, um Symptome zu lindern und langfristige Beschwerden zu vermeiden und wenn man selbst auch noch ein bisschen darauf achtet, wird die nächste Allergie-Saison für dich viel angenehmer! 



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Quellen:

Inhalationsallergien: Symptome, Behandlung und Verlauf | http://toppharm.ch

https://www.gesundheit.gv.at/labor/laborwerte/allergie/inhalationsallergene-ige.html

https://allergien.de/inhalationsallergie/

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